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'Hände Hoch' - Tage der GebärdensprachbenutzerInnen

Hände hoch ! Tage der GebärdensprachbenutzerInnen Wien, 20. bis 25.09.05

Visualbrain veranstaltet vom 20.09. bis 25.09.2005 in Wien "Hände Hoch" - Tage der GebärdensprachbenutzerInnen. Ziel dieser Bildungs- und Kulturveranstaltung ist es, gehörlose und hörende Menschen zusammen zu bringen und zu zeigen, dass auf einer Ebene Kommunikation, gemeinsame Arbeit sowie wirtschaftliches und soziales Leben untereinander erfolgreich funktionieren können, wenn man auch manchmal mit kleinen Problemen konfrontiert wird. Der Reinerlös dieser Veranstaltung kommt der Frühförderung für gehörlose Kinder und Jugendliche zu Gute.

Es wird ein interessantes, unterhaltsames und vor allem ein internationales Bildungs- und Kulturprogramm geben mit:

  • Sherry Hicks (USA) CODA – Kinder wachsen in zwei Welten auf
  • Rob Farmer (Australien) Rob Roy Show
  • Corrie Tijsseling (Holland) Ausbildungssituation für Gehörlose Kinder in der europäischen Union im Vergleich
  • Mats Jonsson (Schweden) Bilinguale Schulsituation und Frühförderung in Schweden bzw. Skandinavien
  • Dietmar Mielke Schriftdolmetschen - eine neue Kommunikationsform
  • Mark Zaurov (Deutschland) Holocaust und die gehörlosen Juden
Darüber hinaus finden zahlreiche Vorträge und Workshops über die Situation Gehörloser statt. Am Abend gibt es jeweils ein kurzweiliges Kulturprogramm, Ausstellungen und das Visualbrain-Pub.

Weitere Infos: www.visualbrain.net

Leben auf dem Trapez

Artisten am Trapez

Da muss man sich schon auf den anderen verlassen können, bei solch einer Trapeznummer. Wenn einer versagt, stürzen auch die anderen ab.

Das trifft nicht nur für Artisten zu. Fachleute, die mit CODAs (hörende Kinder von gehörlosen Eltern) arbeiten, haben das "Leben auf dem Trapez" als Symbol für CODA-Familien gewählt. Die "Trapeznummer" macht die gegenseitige Abhängigkeit der hörenden und gehörlosen Famitglieder bildhaft deutlich.

Vom 13.-15.04.05 findet in Weilburg eine Tagung von Fachkräften statt, die in diesem Bereich - Arbeit mit hörenden Kindern und deren gehörlosen Eltern - tätig sind.

Das nicht-gehörte Kind

Titelseite: Das nicht-gehörte Kind

Schon mal erlebt? Der gehörlose Vater nimmt seine hörende Tochter fröhlich auf die Schulter, und die Kleine weint und schreit: "Ich will runter!" Und niemand hört's.

In ihrem Buch Das nicht-gehörte Kind beschreibt Hiltrud Funk solche Situationen und ihre Auswirkungen auf die Psyche der Kinder. Natürlich sind gehörlose Eltern nicht weniger liebevoll als hörende Eltern. Sie benutzen eine andere Sprache, und ihre Kinder haben die einmalige Chance, zweisprachig aufzuwachsen. Damit ist es aber nicht getan. Man kann die Augen nicht davor verschließen, dass CODAs, die hörenden Kinder gehörloser Eltern, mit massiven Problemen fertig werden müssen. Mit denen sollte man sie und ihre Eltern nicht allein lassen. Aber wer kann wie helfen? In Frankfurt hat sich die Frühberatungsstelle, an der Frau Dr. Funk tätig ist, dieser Aufgabe angenommen. Das ist eher ungewöhnlich, da die Frühberatung eigentlich für hörgeschädigte und nicht für hörende Kinder gedacht ist. In ihrem Buch legt Hiltrud Funk jedoch die Notwendigkeit der Unterstützung der "nicht-gehörten Kinder" und ihrer nicht-hörenden Eltern unmissverständlich dar. Ein Buch von einer Fachfrau für Fachleute, Fachliteratur halt. Sehr empfehlenswert für Fachleute, für alle anderen würde man sich natürlich leichter Verständliches wünschen. (Das gibt es aber auch schon. Zur Tagung "... Leben auf dem Trapez" - Arbeit mit hörenden Kindern und deren gehörlosen Eltern " gibt es [in Neuauflage] einen Reader, der für 5,- Euro bestellt werden kann bei der Pädoaudiologischen Frühberatungsstelle in Frankfurt am Main.)

Frau Funk kommt das Verdienst zu, erstmals die Problematik aufgezeigt und wissenschaftlich dargestellt zu haben. Eine Pioniertat, die sicherlich Impulse auslöst.

Das nicht-gehörte Kind

P.S.: In den nächsten Tagen befassen sich übrigens gleich zwei Berichte im Fernsehen mit diesem Thema: Jenseits der Worte - Kinder gehörloser Eltern und Hörende Kinder gehörloser Eltern in Planet Wissen (siehe unten, TV-Tipps).

'Leben auf dem Trapez'

Logo von sehen verstehen

Die Gebärdensprachschule sehen-verstehen führt ein Workshop für gehörlose Eltern hörender Kinder durch:
Samstag, 3. Juli 2004 – 10.00 bis 17.00 Uhr, Gebärdensprachschule Heidelberg, Karolingerweg 12
 
Wir wollen gehörlose Eltern aufklären:
-         Wo bekomme ich Hilfe und Unterstützung?
-         Welche Rechte habe ich?
 
Wir informieren über die Sozialgesetzbücher und geben einen Einblick in die Welt der Hörenden, denn jede Familie hat ein Recht auf Hilfe und Beratung bei Problemen in der Erziehung!

 
Weitere Infos bei Terminen (3. Juli 2004)

DVD: Zwischen beiden Welten

Manuela Rossmar
Bild vergößern

"Soll ich?" fragt Manuela Rossmar zögernd. Es kostet sie offensichtlich Überwindung, die Hörgeräte aus den Ohren zu nehmen. Ohne hört sie nämlich so gut wie nichts. Nun ist das zwar nicht so tragisch, da sie gehörlose Eltern hat und die Gebärdensprache beherrscht, aber sie muss sich trotzdem einen Ruck geben. Danach kann sie dann berichten, wie sie die Welt wahrnimmt, über Vibrationen vor allem. Manuela als typisches Beispiel für Schwerhörige, die zwischen den Welten der Hörenden und Gehörlosen leben.
Aber auch Gehörlose kommen auf der DVD des Diözesan-Caritasverbandes Köln zu Wort bzw. zu Gebärde. Auch wer mit Begriffen wie "Sakrament" höchstens das bayerische Schimpfwort "Sakra!" verbindet und mit dem Katholizismus sonst "nichts am Hut" hat, wird staunen, was Gehörlose auf der DVD äußern, wie z.B.: "Artikulation sollte für diejenigen angeboten werden, die es freiwillig lernen möchten. Artikulation zwangsweise für alle ist Zeitverschwendung!" Ganz schön radikal, fast wie bei den Befreiungs- und Revolutionstheologen.
Übrigens stellt Manuela im Film nach langem Zögern einen Antrag auf Eingliederungshilfe - und bekommt eine Zusage. Obwohl sie glaubte, das sei eigentlich nur etwas für Gehörlose. Statt "zwischen beiden Welten" also ein weiterer Schritt hinein IN beide Welten! Super, dass sie Gehörlosenpädagogin werden will!

Die Dokumentation "Zwischen beiden Welten" ist als Video oder DVD zum Preis von 10 Euro erhältlich beim Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V., Annegret Kastorp, Georgstr. 7, 50676 Köln, Tel. 0221-2010-256,
E-Mail: annegret.kastorp@caritasnet.de

Zielgruppe sind eigentlich Hörende, die über Hörgeschädigte informiert werden. Die DVD enthält aber auch eine Version mit Untertiteln und Dolmetschereinblendungen.

Erstes CODA-Treffen in Deutschland

Logo des CODA

Der amerikanische Begriff CODA scheint sich auch in der deutschen Sprache einzubürgern. CODA ist die Abkürzung von Children of Deaf Adults (Kinder gehörloser Eltern). Gemeint sind hörende Kinder gehörloser Eltern. Einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden sind sie durch den Film "Jenseits der Stille" und durch Romane wie "Sie hat es mir erzählt" von Maria Wallisfurth. CODAS haben durch ihre gehörlosen Eltern Vorteile und Nachteile. Wenn die gehörlosen Eltern wegen ihrer Stimmen oder Gebärden von den hörenden Mitmenschen schief angeschaut werden, dann leiden auch die Kinder darunter.

 

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Vorbereitung auf Elternrolle

Logo des CODA

Über das Thema "Hörgeschädigte Eltern und ihre heranwachsenden hörenden Kinder" hat Marlies Hundsdörfer ihre Examensarbeit geschrieben. Den Fragebogen hatte sie hier im Taubenschlag präsentiert, und da viele Taubenschlag-Besucher ihn ausgefüllt haben, sind sie sicher auch an den Ergebnissen interessiert. Marlies stellt ihre komplette Examensarbeit deshalb hier zum Download (Hörgeschädigte Eltern und ihre heranwachsenden hörenden Kinder) zur Verfügung. Die wichtigsten Ergebnisse: Gehörlose Kinder müssen auf ihre spätere Rolle als Eltern hörender Kinder vorbereitet werden, in der Schule, und zwar beginnend in der Grundschule! Und damit sie ihren Kindern Halt bieten können, müssen sie selbst über Selbstbewusstsein und Selbständigkeit verfügen - als Gehörlose! Und genau DAS muss die Schule ihnen vermitteln. - Eigentlich naheliegend - in der Realität aber leider noch nicht selbstverständlich. Schön, wenn Examensarbeiten von angehenden GehörlosenlehrerInnen zu solch ganz konkreten und wichtigen Schlussfolgerungen führen!

Sprachen für CODAs

Logo von SprachSignal

CODA*s rücken immer mehr ins Blickfeld. Eigentlich erstaunlich, dass das erst so spät geschieht. Immerhin haben ca. 95% der Gehörlosen hörende Kinder. Und die haben neben dem Vorteil, mit der Gebärdensprache aufzuwachsen, auch einige Probleme - mit der Lautsprache und mit dem Selbstwertgefühl z.B. Da ist professionelle Hilfe angesagt.

 

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zwischen den Welten wandern...

CrAzY_AnGeL

... und sich dabei sauwohl fühlen! Das kann CrAzY_AnGeL. Sie ist selbst schwerhörig, hat gehörlose Eltern, besucht ein Regel-Gymnasium und lebt in beiden Welten, der der Hörenden und der der Gehörlosen. Nicht in der Welt der Schwerhörigen? Tja, das ist immer so eine Sache mit der "Schwerhörigenwelt". Sicherlich gibt es Vereine und Verbände, aber eine eigene Sprache und Kultur? Wanderer zwischen den Welten wie CrAzY_AnGeL stellen ein Bindeglied dar. Eines, das ohne Behinderten-Bierernst auskommt und Mut zum Wandern macht. ;-) Ideale Voraussetzungen für ihren Berufswunsch: Gehörlosenlehrerin!

In einem Interview im Gl-Cafe nimmt CrAzY_AnGeL Stellung zu einer Vielzahl von Fragen, die bengie ihr gestellt hat. Hochinteressant und lesenswert! Wer als Hörender einmal Einblicke gewinnen will in die beiden Welten, oder wer gar an ihrer Existenz zweifelt, der sollte es unbedingt lesen, das

Interview mit CrAzY_AnGeL

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